CoEnergy untersucht zusammen mit der MLH eG, wie lokale Energiemärkte genossenschaftlich organisiert werden können. Im Mittelpunkt stehen neue Governance-Modelle, regionale Marktlogiken und die praktische Umsetzung von Energy Sharing. Gemeinsam mit Akteuren aus dem Kreis Steinfurt entstehen übertragbare Konzepte für die Energiewende vor Ort.

Projekt CoEnergy

Mit dem Projekt CoEnergy untersucht das Institut für Genossenschaftswesen an der Universität Münster gemeinsam mit der MLH Bürgerimmobilien eG (www.zentrum-mlh.de), wie lokale Energiemärkte künftig genossenschaftlich organisiert und demokratisch gesteuert werden können. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bürgerenergie, Prosumer, Kommunen und lokale Unternehmen stärker an der Energiewende beteiligt werden können und welche institutionellen Strukturen dafür notwendig sind.

CoEnergy ist Teil der bundesweiten Innovationsplattform CommunitE (https://communite.buendnis-buergerenergie.de/) des Bündnis Bürgerenergie e.V. (https://www.buendnis-buergerenergie.de/) Ziel von CommunitE ist es, Bürgerenergiegemeinschaften, wissenschaftliche Einrichtungen und Praxisakteure miteinander zu vernetzen und neue technische, soziale und organisatorische Innovationen für die Energiewende zu entwickeln.

Ausgangspunkt des Projekts sind die neuen regulatorischen Möglichkeiten rund um Energy Sharing und insbesondere § 42c EnWG. Mit der Einführung dieser Regelung entsteht erstmals ein rechtlicher Rahmen, um lokal erzeugte Energie gemeinschaftlich über das öffentliche Netz zu nutzen. Parallel verändern sich die Anforderungen an Marktorganisation, Kooperation und lokale Wertschöpfung. Genau an dieser Schnittstelle setzt CoEnergy an.

Das Projekt versteht sich als Konzept- und Machbarkeitsstudie für föderierte lokale Energiemärkte. Ziel ist nicht der unmittelbare Aufbau eines operativen Strommarktes, sondern die Entwicklung eines übertragbaren Modells, das organisatorisch tragfähig, regulatorisch anschlussfähig und praktisch anwendbar ist. Dabei untersucht CoEnergy insbesondere, wie genossenschaftliche Governance-Strukturen, lokale Marktlogiken und neue Kooperationsformen gestaltet werden können, um auch kleinere Akteure besser in Energiemärkte einzubinden.

Die Region Steinfurt dient dabei als praktischer Entwicklungs- und Erprobungsraum des Projekts. Eine zentrale Rolle übernimmt hierbei die MLH Bürgerimmobilien eG als lokale Projektpartnerin. Die Genossenschaft engagiert sich seit Jahren an der Schnittstelle von Bürgerbeteiligung, Immobilienentwicklung und nachhaltiger Regionalentwicklung und bringt ihre Erfahrungen in kooperativen Organisationsformen sowie ihre regionale Vernetzung in das Projekt ein. Durch ihre Verankerung vor Ort schafft die MLH den Zugang zu konkreten Anwendungsfällen, lokalen Akteuren und möglichen Umsetzungsstrukturen.

Inhaltlich gliedert sich das Projekt in vier zentrale Themenbereiche: Governance und Kooperation, Marktlogik und Settlement, Regulierung und Compliance sowie Transfer und Skalierung. CoEnergy soll damit einen Beitrag dazu leisten, die Energiewende stärker lokal, kooperativ und demokratisch zu organisieren. Das Projekt verbindet regulatorische Entwicklungen mit konkreten regionalen Anwendungsperspektiven und schafft einen Raum, in dem Wissenschaft, Praxis und Bürgerenergie gemeinsam an neuen Marktstrukturen arbeiten können.

Partner

Kontakt und Auskunft

Ihr Ansprechpartner für das Projekt CoEnergy:

Bild von Tino Keppler

Tino Keppler

Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Genossenschaftswesen (IfG)
Verantwortlich Projekt CoEnergy

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