© Institut für Genossenschaftswesen Münster, 2025
Andreas Seiferth: Frau Lewalter-Düssel, Sie wurden im April 2025 zur Präsidentin des Förderrats der Forschungsgesellschaft für Genossenschaftswesen Münster e. V. gewählt. Welche Aspekte dieser Rolle haben Sie besonders angesprochen?
Katja Lewalter-Düssel: Mich reizt vor allem die Möglichkeit, die Verbindung zwischen Wissenschaft und genossenschaftlicher Praxis zu stärken. Gerade in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit, Digitalisierung und eine veränderte Arbeitswelt zentrale Themen sind, können wir als Forschungsgesellschaft wichtige Impulse geben. Unsere Aufgabe ist es, den wissenschaftlichen Austausch zu unterstützen und zugleich den Blick auf die Herausforderungen der Praxis zu richten.
Andreas Seiferth: Das passt sehr gut zur Arbeit der IfG Impulse, die ich redaktionell leite. Mit diesem Publikationsformat wollen wir Forschungsergebnisse in eine verständliche und anregende Form bringen – nicht nur für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sondern auch für Praktikerinnen und Praktiker. Mir ist wichtig, dass hier ein echter Dialog entsteht. Welche Rolle sehen Sie für die Forschungsgesellschaft bei der Förderung solcher Transferprojekte?
Katja Lewalter-Düssel: Die Forschungsgesellschaft kann genau an dieser Schnittstelle viel bewirken. Wir haben die Möglichkeit, die Perspektiven unserer Mitglieder einzubringen und so Themen mitzugestalten, die für Wissenschaft und Praxis gleichermaßen relevant sind. Ich möchte dazu beitragen, dass wir gemeinsam neue Formate entwickeln, die den Austausch zwischen Universität, Genossenschaften und Gesellschaft intensivieren.
Andreas Seiferth: Dieser Dreiklang von Forschung, Praxis und Öffentlichkeit ist auch für das Institut zentral. Wir sind auf die Unterstützung durch die Forschungsgesellschaft angewiesen – sei es bei Veranstaltungen, bei Projekten mit Studierenden oder bei Publikationen. Die Verzahnung von Institut und Forschungsgesellschaft empfinde ich als echten Mehrwert.
Katja Lewalter-Düssel: Ganz genau, und hier sehe ich auch die Stärke genossenschaftlichen Denkens: Kooperation und gemeinsames Handeln schaffen mehr, als wenn jede Seite für sich arbeitet. Die Forschungsgesellschaft bietet dafür eine Plattform, die Wissenschaft und Praxis enger zusammenführt.
Andreas Seiferth: Apropos Zusammenarbeit – ich habe gesehen, dass Sie auch sportlich sehr aktiv sind und Ihre Leidenschaft für das Laufen sogar über Social Media teilen. Hilft Ihnen das als Ausgleich für Ihre Aufgaben?
Katja Lewalter-Düssel: Absolut. Laufen ist für mich eine Möglichkeit, den Kopf frei zu bekommen und zugleich Ausdauer und Fokus zu trainieren – Eigenschaften, die in der Arbeit genauso wichtig sind wie im Sport.
Andreas Seiferth: Spannend! Bei mir war es lange der Basketball auf professioneller Ebene – unter anderem bei ALBA Berlin, dem FC Bayern München und den WWU Baskets, dazu über 50 Länderspiele. Dort habe ich gelernt: Individuelles Können zählt, aber ohne Vertrauen, Abstimmung und Teamgeist geht nichts.
Katja Lewalter-Düssel: Genau diese Parallele sehe ich auch zwischen Sport und Genossenschaften. Ob im Team oder in einer Organisation – man braucht sowohl individuelle Stärken als auch die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.
Andreas Seiferth: Das ist ein schönes Bild: Genossenschaften als „Mannschaftssport“ mit vielen individuellen Läufen, die nur gemeinsam zum Erfolg führen. Vielen Dank für das Gespräch!
Über die Gesprächspartner
Katja Lewalter Düssel
Katja Lewalter-Düssel ist seit April 2025 Präsidentin des Förderrats der Forschungsgesellschaft für Genossenschaftswesen Münster e. V. und seit 2022 Mitglied des Vorstands im Genoverband e. V. Die Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin verfügt über langjährige Erfahrung in genossenschaftlicher Verbandsarbeit und setzt besondere Schwerpunkte in den Bereichen Digitalisierung und strategische Weiterentwicklung. Neben ihrem beruflichen Engagement ist sie leidenschaftliche Läuferin und findet im Sport Ausgleich, Ausdauer und Inspiration.
Andreas Seiferth
Andreas Seiferth ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wertbasiertes Markting, wo er sich schwerpunktmäßig mit Nachhaltigkeitskennzahlen beschäftigt. Am Institut füt Genossenschaftswesen leitet er die Redaktion der IfG Impulse und arbeitet in verschiedenen Forschungsprojekten mit. Zuvor war er über viele Jahre Profibasketballer, spielte unter anderem für ALBA Berlin, den FC Bayern München und die WWU Baskets Münster und absolvierte mehr als 50 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft.
