Was weiß Deutschland über Genossenschaften?
Neue bevölkerungsrepräsentative Studie liefert aktuelle Einblicke
2025 ist – wie bereits 2011 – ein Internationales Jahr der Genossenschaften. Genau in diesem Kontext hat das IfG eine zentrale Studie aus dem Jahr 2011, die damals im Rahmen einer Dissertation entstanden ist, erneut aufgegriffen und wiederholt.
Die Ergebnisse zeigen ein vertrautes, aber zugleich ernüchterndes Bild: Rund drei Viertel der Bevölkerung kennen den Begriff „Genossenschaft“. Dieses Wissen bleibt jedoch häufig oberflächlich. In offenen Befragungen können viele Menschen keine konkreten Eigenschaften oder Funktionsweisen benennen. Bekannt ist das Modell – verstanden wird es nur begrenzt.
Gleichzeitig offenbart die Studie eine beachtliche Reichweite genossenschaftlicher Praxis. Hochgerechnet ist etwa ein Fünftel der erwachsenen Bevölkerung Mitglied in mindestens einer Genossenschaft. Die meisten Mitgliedschaften finden sich weiterhin in Genossenschaftsbanken und Wohnungsbaugenossenschaften. Zugleich gewinnen Energie- und Sozialgenossenschaften an Bedeutung – ein Hinweis darauf, dass das Modell zunehmend auch mit gesellschaftlichen Zukunftsthemen verknüpft wird.
Besonders stabil ist das positive Grundbild genossenschaftlicher Organisationen. Demokratische Mitbestimmung, Mitgliederförderung und langfristige Orientierung prägen die öffentliche Wahrnehmung. Weniger präsent sind hingegen wirtschaftliche Zusammenhänge und ökologische Dimensionen, obwohl diese für viele moderne Genossenschaften zentral sind. Die Studie zeigt damit deutlich, wo kommunikative Herausforderungen liegen: Nicht an Zustimmung mangelt es, sondern an differenziertem Wissen.
Im Vergleich zur letzten umfassenden Erhebung von 2011 lassen sich vorsichtige Verschiebungen erkennen. Die Bekanntheit des Begriffs bleibt hoch, während sich das Feld der Genossenschaften ausdifferenziert. Neue Sektoren treten stärker hervor, ohne die klassischen Säulen zu verdrängen. Die Ergebnisse sind daher als Trendbild zu verstehen und als Aufforderung, den Dialog über Genossenschaften neu zu justieren.
Die Studie liefert damit nicht nur eine aktuelle Bestandsaufnahme, sondern auch klare Impulse für Forschung, Kommunikation und Politik. Wer das Potenzial von Genossenschaften sichtbar machen will, muss stärker auf konkrete Beispiele, regionale Anknüpfungspunkte und verständliche Narrative setzen. Der Weg führt vom bloßen Bekanntheitsgrad hin zu einem belastbaren gesellschaftlichen Verständnis. Ausführlich wird die Studie in einer Spezialausgabe der IfG Impulse beleuchtet.
EINBLICK: IfG Impuls #5 Special Issue „Was weiß Deutschland über Genossenschaften? Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung”
Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie in kompakter Form – IfG InSession
Unsere erste Ausgabe des neuen Livestream-Formats „IfG InSession“ vom 24.11. – inklusive Präsentation und Diskussion der zentralen Studien-Insights – steht Ihnen ab sofort als Re-Live-Mitschnitt auf YouTube zur Verfügung.
Gewinnen Sie fundierte Einblicke, vertiefen Sie Ihr Verständnis und nutzen Sie die Verbindung aus IfG InSession und dem Impuls Special Issue, um konkrete Mehrwerte für Ihre eigene Praxis abzuleiten.
Sie möchten die detaillierten Ergebnisse der Studie erhalten oder die Erkenntnisse gemeinsam umsetzen?
Sprechen Sie uns gerne an!
Ihr Ansprechpartner rund um die Studie „Was weiß Deutschland über Genossenschaften”:
Andreas Seiferth
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Genossenschaftswesen (IfG) Redaktionsleitung IfG Impulse


