Das IfG konnte im Sommer 2025 gleich zwei von der DZ Bank Stiftung geförderte Forschungsprojekte abschließen. Beide Arbeiten beleuchten zentrale Zukunftsfragen für die Genossenschaftliche FinanzGruppe.

Wie gelingt es, junge Talente zu gewinnen und langfristig zu binden?
Und wie lassen sich Nachhaltigkeit und Kundenorientierung systematisch miteinander verbinden?

Die Genossenschaftliche FinanzGruppe als Arbeitgeberin

Im ersten Projekt untersuchten Prof. Dr. Julia Backmann, Prof. Dr. Thorsten Wiesel und Dr. Matthias Sinnemann, welche Faktoren die Arbeitgeberattraktivität für die Generation Z bestimmen. Die Befragung von über 560 Studierenden zeigte: Junge Menschen wollen nicht grundsätzlich weniger arbeiten, sondern flexibler. Besonders wichtig sind zeitliche und räumliche Flexibilität – etwa durch Gleitzeit, Homeoffice oder mobiles Arbeiten – sowie ein respektvolles Miteinander, Sicherheit und Entwicklungsperspektiven. Interviews mit Führungskräften und Mitarbeitenden aus der Genossenschaftlichen FinanzGruppe bestätigten diese Trends und machten deutlich: Flexibilität ist kein „Extra“ mehr, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor im Kampf um Nachwuchskräfte. Für Genossenschaftsbanken eröffnet sich hier die Chance, ihre spezifischen Stärken – Sinnorientierung, Regionalität und Teilhabe – stärker herauszustellen und in eine moderne Arbeitgeberstrategie einzubinden.

Nachhaltigkeitsmanagement im Kundenfokus

Das zweite Projekt, geleitet von Prof. Dr. Thorsten Wiesel gemeinsam mit Prof. Dr. Sonja Gensler, Friedrich Bach, Andreas Seiferth, Jonathan Wandscheer und Lukas Coers, widmete sich der Frage, wie Genossenschaftsbanken Nachhaltigkeit in ihr Kunden- und Mitgliedermanagement integrieren können. Ziel war die Entwicklung eines Tools, das klassische Kennzahlen des Kundenwerts (Customer Equity) mit ESG-Daten verbindet. Die qualitativen Interviews mit mehr als 20 Entscheider*innen der genossenschaftliche FinanzGruppe zeigten: Obwohl Nachhaltigkeit strategisch hoch priorisiert wird und viele Banken ihre nachhaltige Finanzierung bis 2030 deutlich ausbauen wollen, fehlen bislang standardisierte Daten, technische Ressourcen und spezifische ESG-Expertise. Das Projektteam entwickelte als Lösungsansatz unter anderem das Konzept einer Informationsgenossenschaft, in der Daten gemeinschaftlich erhoben und genutzt werden, sowie ein interaktives Sustainability-Dashboard, das ökologische und ökonomische Kundenmetriken zusammenführt (Sustainable Customer Equity). Erste Anwendungen in Forschung und Lehre verdeutlichen, dass hier erhebliches Potenzial für Innovation und Transformation, speziell für klein- und mittelständische Unternehmen, liegt.

Beide Projekte zeigen eindrücklich: Die Verbindung von genossenschaftlichen Werten mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen – Arbeitgeberattraktivität und Nachhaltigkeit – eröffnet neue Chancen, das Profil der Genossenschaftlichen FinanzGruppe weiter zu schärfen und zukunftsfähig zu machen. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der DZ Bank Stiftung und ihren Gremien für die großzügige und unbürokratische Förderung ohne die diese Projekte nicht möglich gewesen wären.

Schauen Sie sich unsere aktuellen Projekte an:

Wir legen einen besonderen Fokus auf Forschungs- und Transferprojekte in den Bereichen Innovation, Transformation der Arbeitswelt, nachhaltiges Wirtschaften (ESG) sowie kunden- und mitgliederzentrierte Unternehmensführung. Durch Drittmittelprojekte, hochschulübergreifende Projekte und die Verbindung zur Start-up Community unseres Partners REACH EUREGIO Start-up Center fördern wir den Wissens- und Technologietransfer und tragen zur nachhaltigen Entwicklung der Genossenschaftsbewegung bei. Die Projekte werden durch flexible Laufzeiten und früh verfügbare Ergebnisse charakterisiert, wodurch wir eine zeitnahe Implementierung und Anwendung in der Praxis sicherstellen.